Die LSU und CDU-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg fordern: U-Bahnhof Nollendorfplatz soll Zusatz „Regenbogenkiez“ erhalten

Die LSU Tempelhof-Schöneberg (Sonderorganisation der CDU) fordert, dass der U-Bahnhof Nollendorfplatz in Zukunft den Zusatz „Regenbogenkiez“ trägt. Die LSU hat dazu im April mit dem queerpolitischen Sprecher CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg, Klaus Hackenschmied, das Gespräch gesucht, der uns sofort seine Unterstützung zugesagt hatte. Wie sich jetzt zeigt, hat die Fraktion Wort gehalten und wird dazu einen entsprechenden Antrag am 10. Juli in die Bezirksverordnetenversammlung einbringen, der auch von unserem Bundestagsabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak sehr begrüßt wird.

 

Vergleichbar wie beim U-Bahnhof Kochstraße, der „Checkpoint Charlie“ als Zusatz erhalten hat, könnte auch am U-Bahnhof Nollendorfplatz die Zusatzbezeichnung erfolgen.  Der Hauptname des Bahnhofs soll weiterhin Nollendorfplatz bleiben. Die Umsetzung könnte auch nach und nach im Rahmen von Erneuerungen erfolgen, um hohe zusätzliche Kosten zu vermeiden.

 

Der Kreisvorsitzende André Laurman-Urbanski dazu: „Damit könnte sowohl die bedeutende historische Verbindung des Stadtteils zur queeren Geschichte und Kultur angemessen gewürdigt und dies der Tatsache gerecht werden, dass der Kiez in der Gegenwart einer der größten touristischen Magnete für queere Menschen weltweit ist. Zudem wäre es in der heutigen Zeit, wo die Hassgewalt gegenüber LSBTIQ-Menschen wieder stark zunimmt, ein zusätzliches Statement der BVG und damit von Berlin, für die Vielfalt und Akzeptanz in dieser Stadt zu stehen und aktiv dafür einzutreten.“

 

Schöneberg und der Nollendorfplatz waren bereits seit Anfang des letzten Jahrhunderts ein wichtiger Anziehungspunkt für die queere Gemeinschaft in Berlin. Insbesondere in den 1920er Jahren entwickelte sich Schöneberg zu einem der ersten bekannten Viertel der Welt für queere Menschen, mit bekannten Treffpunkten wie dem Eldorado und anderen Etablissements, die Anziehungspunkt für diese Menschen aber auch für tolerante Menschen waren. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde dem ein jähes Ende gesetzt und es begann eine grausame Verfolgung.


Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Homosexuelle weiterhin durch den berüchtigten Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches diskriminiert und verfolgt. Trotz dieser Unterdrückung blieb dieser Kiez immer ein Zentrum dieser Gemeinschaft, wo Menschen Wege fanden, sich zu treffen, sich zu organisieren und für ihre Rechte einzutreten. Die Benennung des U-Bahnhofs Nollendorfplatz als "Regenbogenkiez" würde somit nicht nur die reiche Geschichte des Stadtteils als sicherer Hafen und Zufluchtsort für die  Community anerkennen, sondern auch die Widerstandskraft und Beharrlichkeit gegenüber staatlicher Unterdrückung und gesellschaftlicher Diskriminierung würdigen. Es wäre eine Hommage an diejenigen, die trotz der Widrigkeiten ihre Identität und ihre Rechte verteidigt haben, und ein Zeichen für die Fortschritte, die seitdem gemacht wurden.

Herr Frau
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