Florian Graf bei Eröffnung der Sonderausstellung "Wechselseitig - Rück- und Zuwanderung in die DDR 1945-89"

Florian Graf, Vorsitzender der CDU-Fraktion und Marienfelder Wahlkreisabgeordneter, würdigte die Sonderausstellung "Wechselseitig - Rück- und Zuwanderung in die DDR 1945-89" in der Erinnerungsstätte des Notaufnahmelagers Marienfelde anlässlich deren Eröffnung am 3. November 2016

Es war eine Grenze aus Beton und Stacheldraht und es herrschte ein Schießbefehl auf Seiten der DDR und Ost-Berlins, insofern die Grenzpatrouillen eine Person in der Nähe der Mauer zwischen Berlin und Berlin und zwischen der Bundesrepublik und der damaligen DDR aufspürten. Es war eine menschenverachtende Mauer. Aber diese Grenze bestand nur aus Stein - von Menschen erdacht und gemacht, die ein Herz aus Stein hatten. Die Gedanken waren dagegen frei, Sänger konnten nicht in Ketten gelegt werden und die Liebe und Sehnsucht überwanden auch dieses Hindernis immer und immer wieder. So zeigt es nun die neue Ausstellung "Wechselseitig", die seit vergangener Woche in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde gezeigt wird. Die Lebensgeschichten, die Einzelschicksale der in Bild und Wort dargestellten Personen, haben alle eines gemein: die Menschen ließen sich nicht davon abbringen, auf die andere Seite der Grenze zu wechseln. Das System der DDR war natürlich nie ein Grund für den Wechsel von West nach Ost - aber manchmal sollte es eben auch kein Hindernis sein. Menschliche Verbindungen gaben den Ausschlag, oder auch Angst vor Repressionen gegen die eigene Familie, die sogar dazu führen konnte, die bereits gelungene Flucht in die Freiheit zu revidieren. Diese hier erzählten Lebenswege stehen sinnbildlich für unzählige andere. Die wechselseitigen Beziehungen von Menschen waren auch Grundlage, dass immer ein Spalt in der Mauer blieb. Die Lottostiftung hat diese Ausstellung gefördert. Zurecht.

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